Ich möchte Euch von folgender Konstellation berichten:
„Beide Eltern sprechen dieselbe Sprache, aber einer von ihnen spricht mit dem Kind in einer anderen Sprache, die nicht seine Muttersprache ist. Die Umgebungssprache ist die Sprache der Eltern. Im Haus werden beide Sprachen gesprochen“
Was haltet ihr davon!???
Gute Idee oder völliger Blödsinn?? Was meint ihr??
Auf diese Thema bin ich gekommen, weil nicht wir so etwas praktizieren, nein bei uns im Haus wird eindeutig Deutsch, mit Ruhrpottakzenten gesprochen. Tabea hat nur mal erlebt, das Englisch gesprochen wurde, als wir Besuch der englischen Verwandtschaft daheim hatten, sonst nicht … denn ich bin ja kein englisch Muttersprachler, mein Mann auch nicht, wir Leben ja in Deutschland, indem die Amtssprache Deutsch ist … von daher ist logischerweise (na jedenfalls für uns ist es logisch), die Sprache DEUTSCH!
Allerdings haben wir festgestellt, das dies nicht überall so gehandhabt wird … Wir haben nun schon mehrfach beobachtet, wie deutsche Eltern mit ihrem Kind auch in Englisch reden. Einfach so, ohne besonderen Hintergrund. Ohne Vorwarnung … wird einfach in einem Gespräch ins englische übergewandert, oder Aktionen des Kindes werden plötzlich auf Englisch kommentiert ….
Also ich bin ja für bilinguale Erziehung, allerdings nur von Muttersprachlern … aber ich halte nur begrenzt etwas davon, wenn man als Deutschmuttersprachler mit seinem Kind im Alltag Englisch spricht. Denn in den seltensten Fällen ist das Englisch der einzelnen Personen dafür perfekt genug … und ich bezweifle, das die Meisten Eltern oder auch Kinder fähig sind, z. B. Gefühle in der fremden Sprache richtig auszudrücken …
Meine Tante z. B. lebt seit Ende des zweiten Weltkrieges in England. Deutsch hat Sie immer fast gar nicht gesprochen, weil es auch nicht viele Gelegenheiten gab. Ihre Tochter spricht zwar auch noch Deutsch, aber Englisch war halt immer die vorherrschende Sprache, weil man ja auch in England lebt und mit einem Engländer liiert war … Aber ich weiss von ihr, das immer wenn es um Gefühle ging (Schmerzen, Trauer, Wut, Freude, Hass) Sie eigentlich immer ins deutsche Verfallen ist sprachlich und gedanklich es sowieso immer der Fall war … Na gut, bei ihr ist die Situation nun sowieso anders, als in der Eingang beschriebenen Konstellation, macht aber deutlich, was ich bzgl. der Gefühle aussagen will …
Außerdem ist man als Nichtmuttersprachler nie so perfekt in Aussprache und Grammatik, wie es bei einem Muttersprachler mit guter Bildung der Fall ist … daher sehe ich dies zweigeteilt.
Ich finde es ist auch etwas abhängig vom Alter der Kinder. Hat man z. B. ein Kind im Teenageralter, das z. B. bald ein Jahr Auslandsaufenthalt vor sich hat, ist es mit Sicherheit sinnvoll im Tagesablauf Englisch zu sprechen. Außerdem sind die Kinder ja dann in ihrer Muttersprache Deutsch auch gefestigt …
Bei den Kindern, wo wir es beobachtet haben, handelt es sich aber um Kindergartenkinder, die fast alle noch nicht einmal der deutschen Sprache vollständig mächtig waren. Also generell noch Probleme haben, alles was Sie sagen möchten aus zu drücken und das in ihrer Muttersprache …..
Wie sinnvoll ist es da, schon vor erlernen der Muttersprache in andere Sprachen zu verfallen ….???
Wie gesagt, ich denke es ist höchstens in Maßen sinnvoll, weil ich denke die Kinder brauchen so noch länger, ihre Muttersprache vollständig zu erlernen, vor allem im Bereich der Gefühlsebene. Wenn schon bilingual, dann bitte von Muttersprachlern finde ich … und damit meine ich nicht, das man mal das ein oder andere anglistische Wort aufgreift, das bleibt heutzutage sowieso nicht mehr aus …
Spracherziehung, bzw. das Angebot des Erlernens weiterer Sprachen finde ich generell aber super! Allerdings am Liebsten von Muttersprachlern oder versierten Lehrkräften ….
Deswegen sehen ich teilweise Englisch im Kindergarten auch zweigeteilt … wenn ich leider mitbekomme, das es in vielen Kindergärten Standard ist, das dort teilweise selbst ernannte Könner Englischunterricht geben und die Kinder dann in die Schule kommen werden und alles neu lernen müssen, weil Sie das, was Sie erlernt haben falsch ist … z. B. bzgl. der Aussprache, Grammatik, Ausdruck ….
Denke diese Kinder werden es dann noch schwerer haben, in dieser Sprache Fuss zu Fassen!
Allerdings, wenn alles gut durchdacht und von Fachkräften angeboten wird, kann es meiner Meinung nach, nicht schaden. Wir haben selber einen Kindergartenplatz ergattert im nächsten Jahr, an dem es wöchentlich drei bilinguale Tage gibt. Dort sind auch Kinder englischer Muttersprachler untergebracht und die Erzieherinnen die dort in Englisch auf freiwilliger Basis mit den Kindern kommunizieren, sind ebenfalls Muttersprachler aus den englischsprachigen Kontinenten.
Somit wird Tabea überwiegend die Möglichkeit geboten, drei Tage in der Woche in teilweise englischsprachiger Umgebung zu verbringen und Sie bekommt so ein anderes Gefühl für die Sprache, bzw. Sie gewöhnt sich an diese … lernt natürlich auch ….
Das ist etwas, was ich als ursprünglich gelernte Fremdsprachenkorrespondentin sehr schätze! Denn eins ist klar, wie auch jeder zur englischen Sprache kommt, wichtig ist, er kommt überhaupt dahin … denn heutzutage und vor allem in der Zukunft geht es überhaupt nicht mehr ohne Englisch. Es ist ja schon heute eine Grundvoraussetzung um Überhaupt vernünftig im Berufsleben Fuss zu fassen! Kurz gesagt es ist einfach Standard geworden und ohne diesen Standard kommt man realistisch betrachtet nicht weit ….
Wer dann gut im Rennen ist, der erlernt dann noch eine zweite, oder dritte Fremdsprache … im Laufe seines Lebens … als „Zusatzgrundwerkzeug“ !
Ja, ich bezeichne das Sprechen der englischen Sprache für unsere Kinder generell als „Grundwerkzeug“ für eine solide Laufbahn und dabei rede ich nicht vom Chefsessel, sondern generell davon, das man nur damit die Voraussetzungen erfüllt, die nun Mittlerweile standardmäßig gefordert sind.
Und „Grundwerkzeuge“ sollte man am Besten vom Fachmann erhalten
nicht vom Hilfsarbeiter
Deswegen sollten die ein oder andern Eltern, welche die o. g. Konstellation erfüllen, evtl. darüber nachdenken sich darauf zu beschränken, z. B. mit den Kinder Filme auf Englisch zu gucken oder nur einzelne Begriffe zu erklären … jedenfalls ist es zum erlernen einer Sprache ganz und gar nicht sinnvoll, falsche Betonungen zu erlernen oder falsche Satzbauten … das ist wie beim Auto fahren …
… mein Fahrlehrer hatte sich damals immer ziemlich darüber aufgeregt, wenn einige Schüler schon daheim schwarz gefahren hatten … oft wurden da nur die Fahrfehler, der Eltern erlernt …und falsche Verkehrsregeln vorgelebt … und diese Schüler benötigten dann schlussendlich mehr Fahrstunden wie die Schüler ohne Schwarzfahrkenntnisse von daheim ….
Solche Schwarzfahraktionen sind natürlich bei uns im schönen Kohlenpott
in dem Umfang nicht möglich, aber ich habe ja noch in Niedersachsen meinen Führerschein erworben … wo es ja bekanntlich außer weiter Flur oft gar nichts gibt … ich selbst habe diese Möglichkeit allerdings nie genutzt, hingegen aber viele andere auch wegen der geringen Gefahr der Entdeckung … :-/
In dem Sinne … verabschiede ich mich ins Wochenende. Leider regnet es seit zwei Stunden draußen, sodass die Wahrscheinlichkeit des Spielplatzbesuches immer weiter in den Hintergrund rückt ….
Also besteht Heute eine gute Wahrscheinlichkeit, dass endlich die letzten Möbelstücke für Maja Sophie aufgebaut werden, da ja der Chef des Hauses auch daheim ist
Und der Countdown läuft ja bereits … in wenigen Wochen haben wir dann daheim nicht Eine, nein sondern zwei kleine Mädchen, die unsere Welt auf den Kopf stellen
Habt ein schönes Wochenende, hoffentlich mit viel Sonne
Eure
Rurhpottmummy




