Am 14. Oktober 2001 um 13:37 Uhr erblickte Maja Sophie „per Klappenöffnung“ das Licht der Welt. Sie wog bei Geburt 3515 Gramm und ihre Größe betrug 54 cm bei einem zierlichen Kopf von 35 cm. Bis dahin war es jedoch ein langer Weg, der am 20ten September begann. An diesem Tag wurde ich zum Uniklinikum überwiesen, da bei der letzten Untersuchung nicht mehr alles so optimal war und es mir körperlich sehr schlecht ging. Am 21ten September hatten wir dann direkt einen Termin zur Beratung im Klinikum. Dabei wurde aufgrund des Befundes entschieden, das ich am 22ten September zum einleiten kommen sollte. Da mein Mann keinen Urlaub hatte, mussten wir am 21ten noch „schnell“ meine Mutter aus dem ca. 200 km entfernten Loeningen abholen, damit diese während meines Krankenhausaufenthaltes unsere „große“ Tabea hüten konnte.
Am 22ten gegen neun Uhr begann dann die erste Einleitung, nachdem mir für Notfälle, oder evtl. Medikamentengaben ein Zugang gelegt wurde. Ich bekam eine Einleitung mittels Gel. Aufgrund des vorangegangenen Kaiserschnittes bei meiner „Großen“ war keine andere Einleitung möglich. Ab der ersten Gelverabreichung musste ich nun stündlich, bzw. alle zwei Stunden an das CTG zur Kontrolle und alle 6 Stunden gab es neues Gel. Dabei wurde die Dosis von 1 % auf 2 % Gel erhöht. In der Zwischenzeit ging ich spazieren, lass auf meinem Zimmer oder versuchte etwas zu ruhen. Schon nach kurzer Zeit zeigten sich erste Reaktionen auf das Gel, leider nicht nur in Form von Wehen, sondern auch in Form von Übelkeit und erbrechen, was eine Nebenwirkung des Gels sein kann. In der ersten Nacht wurde dann entschieden mit der Weiterverabreichung des Gels auf Morgen zu verschieben, damit ich etwas schlafen konnte. Meine Zimmernachbarin war ebenfalls zur Einleitung dort. Bei ihr zeigten die ihr verabreichten Tabletten bereits am ersten Tag, gegen Mitternacht solche Wirkung, das diese kurz nach Mitternacht in den Kreißsaal wechselte und am nächsten Tag zur Mittagszeit mit ihrem Söhnchen wieder ins Zimmer gebracht wurde … beneidenswert fand ich dies natürlich zu diesem Zeitpunkt und hätte gerne mit ihr getauscht. Bei mir ging dann an diesem Tag die Einleiterei“ weiter mit der Folge, dass ich in der Nacht von Freitag auf Samstag mit Wehen in den Kreißsaal verlegt wurde. Allerdings war es der Diensthabenden Hebamme zu heftig und diese verabreichte mir gegen 4 Uhr in der Nacht etwas zur Entspannung und gegen die Schmerzen. Leider wirkte das Verabreichte in der Weise, das die Wehen dann am Morgen um halb acht wieder verschwunden waren ….
Dann gab es eine Pause bis Mittag, in der ich versuchte etwas zu Essen und mich etwas auszuruhen, dann fing der „Tanz“ von vorne an … allerdings zeigte nun das Gel keine Wirkung mehr … auch laufen, Treppen steigen und das Baden in der Wanne brachten keinen Erfolg mehr …. Maja ging es aber die ganze Zeit über gut und durch die Infusionen und das mehr an Ruhe war auch wieder mehr Fruchtwasser vorhanden. Ich war aber ziemlich fertig und so beschlossen mein Mann und ich, das ich an diesem Samstag Abend erst einmal wieder nach Hause gehe, da es dem Kind ja wieder super gut ging und es keine medizinische Notwendigkeit für eine Re-sectio zu diesem Zeitpunkt gab. Zu Hause wieder angekommen ging es mir gleich etwas besser und ich schlief fast wie ein Baby in dieser Nacht.
Ab diesem Zeitpunkt musste ich dann alle zwei Tage ca. ins Klinikum zur Kontrolle. Es wurde immer CTG geschrieben und Ultraschall gemacht, um nach dem Kind und speziell der Versorgung zu schauen. Maja hielt sich wacker und so durften wir nach jeder Kontrolle wieder heim. Über den Termin sollte ich allerdings mit den Werten nicht kommen, aber ein paar Tage hatte ich ja noch, bis der errechnete Termin anstand. Ich nahm wirklich jede Möglichkeit an, die geburtsfördernde Wehen auslösen kann. Akupunktur, viel laufen, natürliche Prostalgine
, scharfes Essen, Massagen, heiß duschen … brachte alles nix. Auch der Wehencocktail hatte nicht die gewünschte Wirkung, sodass ich diesen nach ein paar Tagen wiederholte … auch mit wenig Erfolg. Am Tag vor dem ET war dann wieder Kontrolle im Krankenhaus. Dort wurde entschieden, das ich dann am Freitag ET+1 zum erneuten Einleiten kommen sollte. Allerdings bekam ich in dieser Nacht eigene Wehen, die sich auch bis zur Kontrolle am Donnerstag um halb acht hielten. Es wurde dann verabredet, das ich noch mal zum Frühstück heim könnte und dann wieder kommen sollte. Am Nachmittag waren wir dann wieder in der Klinik und eine Ärztin machte die Eipollösung bei mir. Daraufhin gingen bei mir die Wehen dann auch so richtig los … und am Abend um halb zehn, kehrten wir erneut ins Klinikum zurück mit Wehen im 3 Minuten Abstand. Wir bekamen dann ein Familienzimmer, es wurde CTG geschrieben und ich bekam wieder diesen ungeliebten Zugang gelegt. Dann durfte ich noch mal eine Stunde laufen, bevor die Hebamme vorschlug, das ich nun in den Kreißsaal gehen sollte, da die Wehen sehr stark waren und mein Muttermund sich etwas mehr geöffnet hatte. Kurz und knapp geschrieben, folgten nun weitere 8 Stunden starke Wehen, die aber leider nicht wirklich etwas am Muttermund bewirkten. Bei der Untersuchung am Morgen um acht Uhr, war der Muttermund bei nur etwas mehr als 2 cm und selbst die erfahrenste Hebamme, war sich nun nicht mehr sicher, ob ich mich nun unter der Geburt befinde oder nicht …
Wir gingen dann zum Frühstücken wieder auf unser Zimmer. Ich war völlig fertig. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nun schon über 30 Stunden Wehen, die nichts wirklich bewirkten, außer eine Menge schmerzen. Die Ereignisse der letzten Wochen taten ihr übriges und ich stand wirklich kurz vorm Kollaps, weil ich schlicht und einfach nicht mehr konnte! Dann kamen die leitende Oberärztin und der Oberarzt zu mir ins Zimmer, denen die Sache auch nicht mehr geheuer war. Sie rieten mir beide zum Kaiserschnitt, da letztendlich alle Möglichkeiten ausgeschöpft waren und meine Wehen nun nach 30 Stunden wieder weniger wurden … es sprach also alles dafür, das irgend etwas gegen eine natürliche Geburt spricht. Die Ärzte gingen von einem Missverhältnis meines Beckens aus.
Mir war auch klar, das normalerweise eine Frau mit regelmäßigen Wehen im Abstand von drei Minuten nicht am Morgen ohne Baby wieder aus dem Kreißsaal spaziert und das meine Chancen auf eine normale Geburt so gut wie versiegt waren. Das musste ich mir nun auch einfach eingestehen und unter keinen Umständen wollte ich noch riskieren, dass Maja auf die letzten Stunden etwas abbekommt, denn damit hätte ich nicht Leben können!
Ich stimmte also noch im Zimmer dem Kaiserschnitt zu und der mich dann operierende Oberarzt organisierte die OP innerhalb von zwei Stunden. Gegen 1 Uhr wurde ich dann in den OP gefahren. Bereits auf dem OP-Tisch unterschrieb ich dann noch die Unterlagen für die Spinalanästhesie, währenddessen mir noch mehr dieser ungeliebten Zugänge gelegt wurden. Mein Mann war zu dem Zeitpunkt auch schon im OP und saß hinter mir bei den Anästhesisten.
Dann wurde die Spinale gesetzt. Leider zog sich das etwas hin und ich bekam Panik. Mir wurde schwindelig und übel und die Stimmen um mich hörte ich auch nur noch mäßig, was ich auch mitteilte. Die anwesende Hebamme reagierte darauf einfach spitzenmäßig und nahm sich meiner an. Sie schaffte es wirklich, meine Stimmung umzukehren und mir die Panik etwas zu nehmen. Mein Mann sagte im nachhinein er hätte das sehr rührend gefunden, wie die Hebamme sich meiner angenommen hätte und das Sie uns quasi gerettet hätte, denn ansonsten wäre das ganze wohl in einer Vollnarkose geendet, was sicherlich passiert wäre, hätte Sie mich nicht so beruhigen können. Nachdem dann die Panik überstanden war, wurde dann noch mal die Spinale gesetzt und ich wurde dann ganz schnell hingelegt, damit die Betäubung wirken kann. Die ungeliebte Betäubung fing also an zu wirken und ich war wirklich HAPPY, dass ich nicht in Ohnmacht gefallen bin. Dann wurde getestet, ob ich auch richtig betäubt bin und schon ging es los mit dem Kaiserschnitt. Dann ein kurzes ruckeln und schon schrie Maja wie am Spieß und war geboren. Dieses Mal wurde Sie mir sogar kurz gezeigt, bevor Sie zu den Kinderärzten gebracht wurde, was ich sehr schön fand. Papa rannte direkt hinterher, um sich seine Maja anzugucken und ich schielte durch das Fenster, was dort in dem Raum vor sich ging. Dann schon kam der frischgebackene Zweifachpapa mit Maja auf dem Arm zurück in den OP und ich konnte Sie anfassen und streicheln. Mensch war ich froh, das die Kleine endlich da war und ich war regelrecht überwältig von ihren vielen Haaren auf dem Kopf. Kurz darauf nahm die Hebamme dann Maja mit in den Kreißsaal, der Papa blieb bei mir bis ich fertig genäht war. Danach ging es zu Maja in den Kreißsaal, wo wir vier Stunden blieben zur Überwachung und wo wir uns dann kennen lernen konnten. Als ich auf das Zimmer gebracht wurde, war ein Teil der Betäubung bereits wieder verschwunden und am Abend um ca. 22 Uhr bin ich dann das erste Mal aufgestanden und habe mir dann den ätzenden Katheter ziehen lassen, denn ich ganz und gar nicht mag! Gegen die Schmerzen habe ich auf meinen Wunsch hin Paracetamol und Ibuprofen genommen, weil ich damit bei Tabeas Kaiserschnitt auch schon am Besten zu recht gekommen bin. Die Infusionen machen mich nämlich immer ziemlich schwindelig und das mag ich nicht! Einen Zugang hab ich dann auch gleich an dem Abend ziehen lassen, denn der Tat wirklich sehr weh. Schlaf konnte ich in der Nach nicht wirklich finden, denn Maja musste ständig würgen und spucken, weil Sie noch so viel Fruchtwasser im Bauch hatte. Gegen halb fünf schlief Sie dann, aber da ja ab halb sieben das Treiben im Krankenhaus so richtig Aufwind bekommt, wurde Sie leider ständig von hereinrauschendem Personal geweckt. Am Mittag bin ich dann zusammen mit Maja und meinem Mann etwas im Krankenhaus spazieren gegangen und habe mir dann gegen Mittag den letzten Zugang ziehen lassen.
Am Samstag Abend bin ich dann nach Rücksprache mit meiner Hebamme nach Hause gegangen, da ich in einem weiteren Aufenthalt im Krankenhaus keinen Sinn sah und meine „Große“ daheim langsam verkümmerte und die Welt überhaupt nicht mehr verstand, nachdem ja nun schon fast vier Wochen … Mama ständig mal nicht da war und irgendwie alles nicht wie sonst war. Auch die Oma wollte langsam mal wieder nach Hause Richtung Norden!
Die benötigten Trombosespritzen wurden mir mitgegeben und meine Hebamme hat Sie mir dann gespritzt. Schmerzmittel und Lefax gegen die Blähungen nach der Bauch-OP hatte ich eh daheim. Auch dass wir quasi um die Ecke vom Klinikum wohnen, machte mir die Entscheidung nach Hause zu gehen noch einfacher!
Meine Hebamme kam dann die ersten Tage zwei Mal am Tag um nach Maja und mir zu gucken. Jetzt kommt Sie nur noch einmal am Tag, was ich aber auch ausreichend finde. Die U2 wurde dann vom Kinderarzt gemacht, der dafür sogar zu uns nach Hause kam. Alles sehr komfortabel wie ich finde und viel schöner als im Krankenhaus. Die ersten Tage waren einfach super schön, dieses kennen lernen daheim ist viel besser, als wenn man im Krankenhaus ist. Auch das Stillen klappt wunderbar, zu Hause geht einfach alles, viel, viel leichter und ist viel entspannter als in Krankenhausumgebung. Auch die „Große“ Schwester hat ihre „kleine“ Schwester mittlerweile ziemlich lieb gewonnen, nachdem sie erst sehr skeptisch und ängstlich war. Aber all das legte sich ab dem Zeitpunkt, wo wir wieder alle daheim waren … in gewohnter Umgebung stellte Tabea recht schnell fest, das es auch ganz schön cool ist, große Schwester zu sein
Gestern war ich dann kurz in der Ambulanz im Klinikum, da sich ein klein wenig Wundsekret an der Narbe gebildet hatte. Gab aber Entwarnung von der Oberärztin, die an dem Tag Dienst hatte. Sie hat die Stelle kurz desinfiziert und ich soll dort nun eine Kompresse drauf machen, damit die Stelle einfach trocken bleibt. Ansonsten verheilt die Narbe super und im Gegensatz zum ersten Kaiserschnitt ist fast gar nix taub. Nur ein ganz kleiner Bereich um die Narbe, ansonsten spüre ich alles. Ich hoffe, die Heilung schreitet so schön voran und ich freue mich dann, bald mit meinem Zumba anzufangen
aber da werde ich wohl noch etwas warten müssen.
Blöd ist nur, das ich nicht viel heben darf, denn ich kann Tabea nicht mehr heben, was Sie nicht immer versteht und wenn mein Mann wieder zur Arbeit muss, müssen wir uns noch was einfallen, wie ich die „Große“ aus dem Kinderbett bekomme und all so was … aber erst einmal freuen wir uns auf das Wochenende, hoffentlich mit schönem Wetter, bei dem wir dann den ersten Spaziergang mit zwei Mädels machen können
Maja ist soweit sehr lieb, außer wenn Sie Hunger hat
dann schreit Sie wie am Spieß
und Windeln wechseln mag Sie auch nicht. Ansonsten ist Sie sehr verschmust und schläft am Liebsten bei Mama und Papa auf der Brust
Würde ich noch mal ein Kind bekommen, ich würde immer wieder ins Uniklinikum gehen. Fand die medizinische Betreuung wieder sehr gut und habe mich dort speziell auch während der OP zu jedem Zeitpunkt gut und professionell aufgehoben gefühlt. Auch fand ich gut, dass mir wirklich die Chance eingeräumt wurde natürlich zu entbinden und nicht gleich auf den Kaiserschnitt geschielt wurde. Dass es letztendlich doch keine andere Möglichkeit gab, konnte man vorher ja nicht wissen.
Für mich steht allerdings fest, ich möchte definitiv keine weiteren Kinder. Wäre das mit der Re-sectio vorausschaubar gewesen, hätte ich direkt eine Sterilisation mit eingeplant, aber da ich bei Entscheidung zur Re-section Wehen hatte und die OP kurzfristig organisiert wurde, war dafür leider keine Zeit mehr und rechtlich darf man für die Erklärung zur Sterilisation nicht unter Wehen stehen. Allerdings haben wir uns nun schon anderweitig für eine 100% sichere Verhütungsmethode entschieden
die wir dann in Kürze in Angriff nehmen werden, damit dies kein Thema mehr sein muss und man diesbezüglich frei im Kopf sein kann.
Wir sind froh, nun unsere zwei Mädels zu haben, das reicht uns voll und ganz
und wir freuen uns auf die Zukunft mit Ihnen!
Vielen, vielen Dank an das komplette Team der Frauenlinik des Uniklinikums Essen, besonders Frau Dr. Könniger, Herr Dr. Callies, Frau Dr. Schmidt, dem kompletten Team des Kreißsaales und besonderen Dank an Hebamme Bedia für die tolle Unterstützung, sowie meiner betreuenden Hebamme Brigitte Bremer.
Und natürlich auch einen ganz lieben Dank an meine Mutter, die hier die ganze Zeit daheim bei uns die Stellung gehalten hat






